Lipödem – Was ist das?

Lipödem – Was ist das?

Die Lipödem–Patientin ist nicht dick, sondern krank.

Selbst von vielen Ärzten wird das Krankheitsbild des Lipödems nicht erkannt, mit einer Adipositas oder Lymphödem verwechselt. Die Betroffenen haben dadurch einen langen Leidensweg hinter sich, bevor die richtige Diagnose und Therapie begonnen werden kann. Die Patientinnen sprechen von "Wasser in den Beinen".

Am Anfang der Erkrankung sind diese Ödeme morgens nicht oder kaum vorhanden, abends aber deutlich sicht- und fühlbar. Im Lauf der Zeit verschlimmern sich die Symptome. Bei weiterem Fortschreiten treten die Schwellungen auch im vermehrten Unterhautfettgewebe der Unterschenkel auf, wobei die Füße frei bleiben. Verursacht werden die Ödeme durch eine vermehrte Durchlässigkeit der Kapillaren für Flüssigkeit und einer Behinderung des Lymphabflusses. Durch diese Wasseransammlungen entstehen schwere-und Spannungsgefühle sowie Berührungs- und Druckschmerzen.

Die betroffenen Frauen leiden. Nicht nur körperlich, sondern auch psychisch.

Sie versuchen ihren Zustand durch Diäten und Sport unter Kontrolle zu bringen. Trotz dieser Maßnahmen nimmt das Fettgewebe an Beine und Armen weiter zu, allenfalls wird der Rumpf schlanker, was die Proportionen weiter verschlechtert. Diese Erkrankung ist nur operativ mittels einer wasserstrahl-assistierten Liposuktion oder Taufig-Methode, richtungsweisend und nachhaltig zu behandeln.

Behandlungsmöglichkeiten des Lipödems

Körperliche Aktivitäten können zwar ein Übergewicht reduzieren, nicht aber die disproportionale , krankhafte Fettvermehrung an Beinen und armen. Eine Gewichtszunahme soll vermieden werden.

Die konservative Therapie des Lipödems setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: einerseits die manuelle Lymphdrainage und andererseits die dauerhafte Kompressionsbehandlung mit Stützstrümpfen. Diese Maßnahmen sind lebenslang erforderlich und wirken nur symptomatisch, sehr belastend für die Betroffenen.

Wegen der Befürchtung einer Zerstörung der Lymphbahnen mit nachfolgender Verschlechterung des Krankheitsbildes wurde vor operativen Eingriffen abgeraten. Die Ergebnisse der operativen Behandlungen der letzten 15 Jahre zeigen jedoch sehr eindrucksvoll, dass diese Befürchtungen grundlos sind. Bei korrekter Diagnosestellung und einer Behandlung durch einen sehr erfahrenen Chirurgen mit der schonenden wasser-strahl-assistierten Liposuktion ist eine chirurgische Therapie des Lipödems sehr gut möglich.

Diese Operation stellt die einzige Möglichkeit einer erfolgreichen Therapie dar.

Erfolgt die Entfernung der krankhaften Fettzellen bis zu einem bestimmten stadium der Erkrankung, so ist der vollständige Verzicht auf Maßnahmen wie Lymphdrainage oder das Tragen von Kompressionsstrümpfen nicht mehr nötig. In jedem Fall ist eine Steigerung der Lebensqualität, eine Reduzierung der Kompressionsklasse der Strümpfe und ein Vermeidung der manuellen Lymphdrainage zu erwarten.

Da beim Lipödem mit einer lebenslangen Zunahme des Fettgewebes zu rechnen ist, sollte eine Operation in einem frühen Stadium angestrebt werden, sobald die ersten typischen Symptome auftreten.